Im Gespräch mit Adam Lebherz
Was macht gutes M&A wirklich aus?
Für Adam Lebherz sind es nicht Excel-Modelle oder perfekte Prozesse – sondern Menschen, Vertrauen und der Mut, Perspektiven zu wechseln. Seit mehr als zehn Jahren hat Adam M&A aus vielen unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt. Wir wollten wissen: Wie ihn sein vielseitiger Weg geprägt hat?
Emporion: Adam, herzlich willkommen als neuer Director M&A bei Emporion! Du bist gerade erst gestartet – und schon mitten im Geschehen. Der erste Kundenbesuch ist bereits erfolgt. Aber vermutlich ist es nicht das erste Mal, dass du beruflich ins kalte Wasser springst. Erzähl uns doch etwas über deine beruflichen Stationen.

Adam Lebherz:
 Tatsächlich war mein Weg immer von Perspektivwechseln geprägt. Nach dem Studium bin ich in Frankfurt bei Liechtenstein & Cie gestartet – einer klassischen M&A-Boutique im Small- und Mid-Cap-Bereich. Dort habe ich sowohl Sell-Side- als auch Buy-Side-Mandate begleitet, häufig mit internationalen Investoren. Das war sehr lehrreich, weil man früh Verantwortung übernimmt und immer sehr nah an den Partnern, Unternehmen und Entscheidern ist.
Nach einigen Jahren kam dann ganz bewusst der Wechsel auf die „andere Seite“: ins In-house-M&A eines Genossenschaftsverbands. Dort habe ich ausschließlich Buy-Side Projekte betreut, Targets gescreent, Prozesse gesteuert und zusätzlich viel strategische Arbeit übernommen. Man ist noch näher an den Entscheidungsträgern, versteht Geschäftsmodelle noch tiefer – und lernt auch die politische Dimension von Entscheidungen in großen Organisationen kennen. Diese Kombination aus Beratung und In-house-Perspektive prägt mich bis heute.

Emporion: Gab es in deinen bisherigen Stationen einen Deal, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Adam Lebherz:
 Ja, definitiv. Einer der komplexesten Prozesse war der Verkauf eines defizitären Teilbetriebs im Zuge eines großen Carve-outs. Es gab keine eigene rechtliche Einheit, keine sauberen Financials, hohen Zeitdruck, IT-Migration – und gleichzeitig eine sehr reale Konsequenz: Wenn der Verkauf nicht gelingt, steht der Standort zur Disposition..
In solchen Situationen merkt man, dass M&A nicht nur Zahlen sind. Da hängen Existenzen dran. Das erhöht den Druck enorm – aber auch den Anspruch an die eigene Arbeit. Man wächst an solchen Projekten, fachlich wie persönlich.

Emporion: Viele deiner Projekte in der M&A-Beratung hatten einen internationalen Hintergrund – auch privat hast du früh internationale Erfahrungen gesammelt. Du bist in Birmingham geboren. Wie kam es dazu?

Adam Lebherz:
 Meine Eltern haben in England studiert und gearbeitet, zunächst in London und später in Birmingham. Ich habe dort die ersten dreieinhalb Jahre meines Lebens verbracht. Als dann der Kindergarten anstand, haben sie sich entschieden, wieder nach Deutschland zurückzugehen – erst nach Baden-Württemberg, später an die Bergstraße.
Bewusste Erinnerungen an England habe ich nur sehr rudimentär, vieles speist sich eher aus Erzählungen. Aber vielleicht erklärt diese frühe internationale Prägung auch meine Offenheit für unterschiedliche Kulturen und Perspektiven. Übrigens kommen meine Eltern aus ganz anderen Richtungen: Meine Mutter war Musikerin, mein Vater Architekt – die Finance-Branche spielte bei uns zu Hause also eine untergeordnete Rolle.

M&A ist für mich kein reiner Zahlenjob, sondern Brückenbauen zwischen Menschen, Unternehmen und Perspektiven.

Adam Lebherz, Director M&A bei Emporion
Emporion: Auch dein Weg in den M&A-Bereich ist nicht ganz klassisch. Du hast Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Darmstadt studiert. Wie kam es dazu?

Adam Lebherz: Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen bewusst gewählt, weil es sehr breit ist: auf der einen Seite Elektrotechnik und Energiewirtschaft, auf der anderen BWL mit Schwerpunkt Corporate Finance. Für mich ist der Wirtschaftsingenieur ein klassischer Brückenbauer – jemand, der Technik, Märkte und Zahlen versteht. Gerade im M&A halte ich das für extrem hilfreich. Es geht nicht nur um Modelle und Bewertungen, sondern darum, Unternehmen wirklich zu verstehen: Produkte, Produktionsprozesse, Märkte, Organisation und Kultur. M&A ist für mich ein generalistischer Beruf. Man muss in vielen Disziplinen mitreden können und zwischen Käufer und Verkäufer vermitteln. Dieses Denken hat mich schon im Studium gereizt.

Emporion: Nach drei Jahren In-house bist du nun wieder in der Beratung – warum Emporion?

Adam Lebherz:
 Mich hat vor allem das breite Spektrum gereizt: unterschiedliche Branchen, verschiedene Unternehmenssituationen und strategische Fragestellungen schon vor dem eigentlichen Deal. Emporion ist inhabergeführt, stark im Mittelstand verankert und versteht sich nicht nur als Transaktionsbegleiter, sondern als langfristiger Sparringspartner für anorganisches Wachstum.
Gerade dieser strategische Buy-Side-Ansatz passt sehr gut zu dem, was ich zuvor In-house gemacht habe: gemeinsam mit Unternehmern Suchfelder definieren, Wachstumsstrategien entwickeln und diese dann konsequent umsetzen.

Emporion: Du engagierst dich ehrenamtlich in der Kirche – für manche ein Widerspruch zum vermeintlich „toughen Money Business“. Wie siehst du das?

Adam Lebherz:
 Ich sehe darin keinen Widerspruch. Im Gegenteil: Gerade im M&A-Umfeld sind Haltung, Authentizität und Vertrauen entscheidend. Deals scheitern nicht an Excel, sondern an Menschen. Ehrlichkeit, Transparenz und ein klarer Wertekompass helfen, auch in schwierigen Situationen Orientierung zu geben.
In der Kirche habe ich über viele Jahre einen Bereich mit rund 30 Ehrenamtlichen geleitet. Dabei ging es vor allem darum, Menschen zu unterstützen, Verantwortung zu übernehmen und andere zu befähigen. Gespräche zu führen – auch kritische – sowie Menschen zu motivieren gehörten ebenso dazu. Diese Soft Skills helfen mir im Berufsleben enorm, denn langfristiger Erfolg entsteht nur durch echte Win-Win-Situationen.

Emporion: Zum Abschluss: Welchen Tipp gibst du jungen Menschen, die ins M&A wollen?

Adam Lebherz:
 Neugierig sein. Fragen stellen. Sich Zeit nehmen, Dinge wirklich zu verstehen – und diese Zeit auch einfordern. Feedback suchen, eigene Gedanken entwickeln und Interesse zeigen, auch jenseits der Zahlen. Fachwissen ist wichtig, aber ohne echte Neugier wird man meiner Meinung nach in diesem Beruf nicht wirklich gut.

Emporion: Vielen Dank, Adam.

Neugierig geworden?

Wenn Du Interesse an einem Praktikum oder auch Direkteinstieg hast, dann hinterlasse uns hier ganz einfach Deine Kontaktdaten. Wir melden uns dann bei Dir!

1 + 12 =